Jetzt – KINDERPORTRÄTS AUS BOSNIEN UND LATEINAMERIKA | Aitor Sáez

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Über diese Ausstellung

Weltweit sind nach Angaben des UN-Hochkomissars für Flüchtlinge UNHCR 45 Millionen Menschen auf der Flucht. Im Laufe des Jahres 2012 wurden weltweit über sieben Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, aber nur 355.000 Menschen in europäischen Staaten baten um Asyl (65.000 Asylsuchende in Deutschland).

Obwohl wir für die Bedingungen, die Menschen in die Flucht treiben, mitverantwortlich sind, erhielten allerdings nur 30% der Asylsuchenden einen Schutzstatus. Außer der 7000 abgeschobenen Menschen, sind die Rechte der Flüchtlinge z.B. die ‚Duldung‘ menschenunwürdigen Verfahrens, die Bewegungsfreiheit oder die Wohnungskonditionen, oft nicht genug oder wird missbraucht.

Diese Fotoausstellung ist eine fotojournalistische Dokumentation mit Kinderporträts aus Bosnien und Lateinamerika und erhebt den Anspruch, der Wirklichkeit dieser Länder näher zu kommen. Meistens kommen die Vorurteile unser Gesellschaft von der Unkenntnis.

Die Bilder zeigen wie die Kinder, ohne an die Zukunft oder die Lage zu denken, in Ruhe leben. Und die Frage ist vielleicht: warum können manche Menschen als Erwachsene ungestört wohnen? Warum mussen sie ihre Heimat verlassen? Der einzige Wunsch dieser Ausstellung für die Asyl –und Menschenrechte ist, dass es keinen Grund gäbe, eine Ausstellung über dieses Thema zu machen.

KaKoGa

VERNISSAGE für das Asylrecht
Am: 13. Juni, 15 Uhr
In: der Galerie KaKoGa,
im Kästner Kolleg e.V.
2. Et., Tannenstraße 2, Dresden-Neustadt

Einritt:
Kinderkleidung und Spielzeug –
für ein Asylbewerberheim in Sachsen

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Über das Jetzt

Jedes Alter hat eine Maßeinheit für die Zeit. Die Alten reden über ein vergangenes Leben in Jahren. Die mittlere Generation sieht die Vergangenheit und Zukunft normalerweise in Wochen. Die Jungen schießlich sind die Liebhaber der Gegenwart, aber sie verlieren diese Gegenwart, während sie über den nächsten Augenblick nachdenken. Die einzige Maßeinheit, die ein Kind kennt, ist das ,,Jetzt”.

Sie sind die Herrscher über dieses ewige Jetzt. Diese Ausstellung will, dass wir uns lösen von den Uhren, Kalendern und Archiven, in denen wir wohnen und das Jetzt von jedem dieser Kinder heilen. Traurige, fröhliche, schwarze, weiße, spielende, weinende… sie sind alle verschiedene, trotzdem ,,sind” alle in ihrem eigenen Jetzt.

Diese Auswahl von Porträtaufnahmen soll uns nicht betrüben, sondern sie will uns erinnern. Und zwar nicht an unsere Kindheit, sondern an unsere Schuld. Wir haben in die Zeit Zukunft geschaut und über Fortschritt gesprochen, um später auf die Vergangenheit zu sehen und über Ungleichheit zu sprechen.

Allerdings wissen die bosnischen oder brasilianischen Kinder das nicht und die europäischen auch nicht, weil sie noch nicht wissen, was Zeit ist.

Deshalb wird niemand arm geboren,

bis sie unseren wertvollsten Schatz stehlen,

das Jetzt.

Aitor Sáez

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